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Sowjetisches Speziallager № 7Ein Projekt des Louise Henriette Gymnasiums Oranienburg |
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■ Wehrmachtsoffiziere ■ Russ. Emigranten und SU-Bürger ■ SMT-Verurteilte ■ "Spez-Kontingent" |
HäftlingsgruppenWehrmachtsoffiziereViele der in Sachsenhausen inhaftierten Wehmachtsoffiziere wurden bereits vor ihrer Gefangenschaft in der sowjetischen
Besatzungszone von den Westalliierten in provisorischen Gefangenenlagern auf den Rheinwiesen festgehalten, bevor sie in
besser organisierte Lager nach Frankreich gebracht wurden. Die von den Westalliierten Entlassenen stellten, sofern sie in der SBZ
wohnhaft waren, meist einen Antrag zur Überstellung nach Erfurt in den sowjetisch besetzen Teil Deutschlands. Russische Emigranten und Bürger der SowjetunionNeben den inhaftierten Deutschen gab es in Sachsenhausen auch eine hohe Anzahl an Bürgern der Sowjetunion, die aus verschiedensten Gründen hier inhaftiert waren. Dabei handelte es sich vorwiegend um russischen Emigranten, sowjetische Kriegsgefangene, ehemalige Zwangsarbeiter und sogar Soldaten der Roten Armee. Nach der Besetzung Deutschlands begann der NKWD mit der Verfolgung dieser mit dem Ziel, sie später in die Arbeitslager in der Sowjetunion (GULAG) zu deportieren. Die Zahl der russischen Emigranten und Sowjetbürger im Speziallager Nr. 1 wird auf ca. 7 300 geschätzt. Sie wurden in abgesonderten Baracken untergebracht. Zusätzlich gab es in der Zone II ein „Spezhospital", in dem geschlechtskranke Soldaten interniert waren, da das Leiden an Geschlechtskrankheiten bei der Roten Armee als Straftat galt. Dort waren die Soldaten gezwungen, die blau-weiß gestreifte Kleidung der der ehemaligen KZ-Häftlinge zu tragen. Ab 1945 begann die Suche nach emigrierten Adligen, Beamten, Offizieren und Unternehmern, die nach der Oktoberrevolution 1917 geflohen waren und sich nun auf Grund von „Verbrechen gegen die Sowjetunion" zu verantworten hatten. Im Verlauf des Krieges gerieten ca. 5,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Gefangenschaft. Da Stalin Angst vor der Rückkehr dieser hatte, beauftragte er den NKWD mit Überprüfungen in „Filtrations- und Überprüfungslagern" (zu denen auch Sachsenhausen gehörte). Als verdächtig Angesehene wurden in Sachsenhausen interniert. Auch Angehörige der eigenen Armee wurden auf Grund von Dienstvergehen (Trunkenheit, Ungehorsam, Wachvergehen, unerlaubtes Entfernen, Selbstverstümmelung oder "mangelnder Arbeitseifer") verurteilt und festgenommen. Zu dieser Gruppe gehörten auch Rotarmisten die aufgrund von Übergriffen auf die Zivilbevölkerung (Vergewaltigungen, Plünderungen etc.) verurteilt wurden. Eine weitere Sondergruppe bildeten die Soldaten der „Russische Befreiungsarmee" (RBA), die während des Krieges auf deutscher Seite aus sowjetischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen gebildet wurde, und sich am Kampf gegen die Rote Armee beteiligte. Die Soldaten der „RBA" erhofften sich durch ihren Einsatz eine bessere Versorgung mit Lebensmitteln. Nach dem Sieg der Roten Armee begann der Geheimdienst gezielt nach den Angehörigen der „RBA" zu suchen, um sie in Speziallager wie Sachsenhausen zu deportieren. SMT-VerurteilteEine besonders große Zahl der Inhaftierten bildeten die sogenannten SMT-Verurteilten. Gründe für eine Verhaftung waren unter
anderem Widerstand gegen die Besatzer, Waffenbesitz, Werwolfaktivität, Sabotage, aber auch NS-Verbrechen (Euthanasie-Befehle,
Ermordung von Zivilisten und Gefangenen). Das "Spezkontingent"Das so genannte "Spezkontingent" stellte mit ungefähr 50% der Häftlinge den größten Teil der Inhaftierten dar. Auf Grundlage des
"Befehls Nr. 00315" sollte es im Zuge der "Entnazifizierung" zu Verhaftungen von früheren Mitarbeitern nationalsozialistischer Verfolgungsbehörden, Leitern von Verwaltungen sowie
"aktiven Mitgliedern" der NSDAP kommen. Tatsächlich waren es vor allem untere und mittlere Funktionsträger der NSDAP sowie in kleinerer Zahl auch Angehörige der SS, des SD, der Gestapo, der KZ-Wachmannschaften und Mitarbeiter von Ministerien und Behörden, aber auch einfache Mitglieder der NS-Jugendorganisationen, politische Gegner und willkürlich verhaftete Zivilisten. Die Intention der Sowjetunion war neben der Ausschaltung der nationalsozialistischen Funktionsträger auch die Durchsetzung eines kommunistischen Führungsanspruchs in der sowjetischen Besatzungszone.
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