Das sowjetische Speziallager Nr. 7/Nr. 1 (1945-1950)
Im August 1945, gut drei Monate nach Kriegsende und nach der Befreiung Europas von der
nationalsozialistischen Herrschaft, verlegte der sowjetische Geheimdienst NKWD das
Speziallager Nr. 7 in den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen.
Die meisten Gebäude - mit Ausnahme des Krematoriums und der
Vernichtungsanlagen - wurden in derselben Funktion weitergenutzt. Im Lager
waren vorwiegend untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch politisch
Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen
Militärtribunalen Verurteilte inhaftiert - Männer und Frauen, Junge und
Alte, NS-Belastete und Unbelastete. Ab 1948 war Sachsenhausen als
Speziallager Nr. 1 das größte von drei Speziallagen in der sowjetischen
Besatzungszone. Bis zur Auflösung des Lagers im März 1950 waren hier
insgesamt ca. 60 000 Menschen inhaftiert, von denen mindestens 12 000 an
Unterernährung und Krankheiten starben.
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